Menu

SPEED II

Finanzielle Unterstützung für die Erneuerung ihrer elektrischen Antriebe

Programmbeschreibung und -bedingungen

 

SPEED II: Förderbeiträge für Erneuerungsprojekte im Bereich der elektrischen Antriebe (Pumpen, Ventilatoren, Druckluftkompressoren, Kälteerzeugung etc.).

Sie betreiben eine industrielle Produktionsanlage und beabsichtigen, einen Teil Ihrer elektrischen Antriebe zu ersetzen oder zu optimieren.

Das SPEED II Programm hilft Ihnen bei der Finanzierung Ihrer Projekte und berät Sie im Hinblick auf deren energetische Verbesserung.

Egal ob es sich um einen einfachen Ersatz, eine Umbaumassnahme, vorzeitigen Unterhalt oder konzeptionelle Verbesserungen handelt, werden Ihre Projekte im Rahmen des Programmes kostenlos energetisch beurteilt und werden mit bis zu 40% der Investitionskosten gefördert.

 

Kontakt

T.Grieder

Thomas Grieder

Tel: +41 56 444 25 51
Mobil: +41 79 665 22 99

Ihre Aufgabe: Stellen Sie uns die Daten der Projekte zusammen, die Sie innerhalb der nächsten 3 bis 18 Monate realisieren wollen. Es dürfen noch keine Bestellungen ausgelöst worden sein. Wenn die neue Lösung noch nicht bekannt ist, so beraten wir Sie gerne bei der Ausarbeitung. Wir erarbeiten für Sie eine energieeffiziente Lösung, die förderungsberechtigt ist.

Das SPEED II Programm wird von ProKilowatt finanziert. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Mass-nahmen ist nicht verpflichtend.

Besprechen Sie sich mit Ihren Mitarbeitern von Unterhalt, Einkauf und den Energieverantwortlichen und machen Sie uns zum Teil Ihrer Projekte.

Senden Sie uns eine Liste Ihrer Erneuerungsprojekte oder verwenden Sie unser Erfassungsblatt auf der Internetseite.

Anhand Ihrer Daten klären wir ab, welche Projekte direkt förderberechtigt sind. Anhand einiger Zusatzinformationen berechnen wir den Förderbeitrag und beraten Sie in Bezug auf eventuelle Anpassungen der Projekte für einen höheren Förderbeitrag und eine bessere Energieeffizienz. Dazu verwenden wir das Formular zur Berechnung des Förderbeitrags. Bei sehr erfolgsversprechenden Projekten schlagen wir Ihnen eine vertiefte Analyse vor, die zu Einsparungen von 20% bis 50% führen kann.

Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren.


Ausgangslage

 

In Industrieunternehmen beträgt der Strombezug der elektrischen Antriebe (Pumpen, Ventilatoren, Druckluftkompressoren, Kälteerzeugung usw.) im Mittel 80% des totalen Strombezugs. Das Einsparpotenzial ist beträchtlich und viele Massnahmen zeigen eine gute Wirtschaftlichkeit. In den letzten Jahren hat das Bewusstsein für diese Situation stark zugenommen und verschiedene Förderprogramme sind mit Erfolg lanciert worden. Trotzdem gibt es noch viele Verbesserungsprojekte, die auf eine Umsetzung warten. Viele Betreiber konnten das Potenzial in ihrem Unternehmen noch nicht umsetzen. Obwohl sie sensibilisiert sind, fehlt es ihnen an der notwendigen Methodik um Massnahmen zu erkennen und sie umzusetzen. Zudem fehlen Know-How, Erfahrung, Zeit und Messgeräte um notwendige Vorabklärungen zu treffen.

 

Image1-DE
 Elektrischer Antrieb und Energiebilanz

 

Vorteile des SPEED II Programms


Im SPEED II Programm können Sie alle ihre Projekte im Bereich der elektrischen Antriebe, die für die nächsten 3 bis 18 Monate geplant sind einbeziehen. Das Programm ermöglicht Ihnen:

  • eine finanzielle Unterstützung an die notwendigen Investitionen zu erhalten
  • eine Energie- und somit Kosteneinsparung zu erzielen.

Unabhängig davon, ob es sich um einen einfachen Komponentenersatz, Erneuerung- und vorgezogenen Instandhaltungsmassnahmen oder um weitergehende Optimierungskonzepte handelt, erarbeitet der SPEED-Betreuer für Sie die optimale Umsetzungsvariante.

In einem ersten Schritt wird die von Ihnen zusammengestellte Liste von geplanten Projekten von uns analysiert um festzustellen, ob Sie Anrecht auf Förderbeiträge für deren Umsetzung haben. Diese Erstanalyse ist für Sie kostenlos und wird bereits durch das Programm finanziert. Falls ein Projekt nicht förderberechtigt ist erarbeiten wir für Sie nach Möglichkeit Vorschläge, wie es angepasst werden kann, damit eine Förderung möglich ist.
Wenn bei der Erstanalyse ersichtlich wird, dass aus Sicht des Experten ein Projekt zu wenig weit greift und wesentlich grössere Einsparungen möglich sind, so wird der Betreuer Ihnen eine weiter-führende Analyse empfehlen. Diese vertieften Analysen, die in der Regel mit Messungen am An-triebssystem verbunden sind, werden vom Bundesamt für Energie mit 40% unterstützt.

 

Image2-DE

Beispiele von installierten Messgeräten

 


Teilnahmebedingungen und Regeln für Unterstützungsbeiträge


Um am Programm teilnehmen zu können muss eine Produktionsstätte oder ein Dienstleistungsge-bäude die folgenden Kriterien erfüllen:

Kriterien an den Standort:

Jährlicher Strombezug

mindestens 1,5 GWh

Anteil des Strombezugs für elektrische Antriebe

mindestens 50%

 


Zudem müssen die zu berücksichtigenden Antriebssysteme folgende Kriterien erfüllen:

Minimale Nennleistung

 

Pumpen1 und Ventilatoren

mindestens 5 kW

Kompressoren

mindestens 20 kW

Jährliche Betriebsstunden

mindestens 2500 h/a

Alter des Antriebs, Inbetriebnahme

vor 2011


Für die geplanten Erneuerungsprojekte gelten weitere Mindestanforderungen:

Motoren: Effizienzklasse

IE3 mit Frequenzumformer

Motoren mit stark wechselnder Belastung

IE4 oder Synchronmotor

Pumpen: Mindesteffizienzindex

über 0,5

Ventilatoren (ausgen. Radialventilatoren):

Anforderung an die Energieeffizienz gemäss resp. Elektrogeräteverordnung

EU-Verordnung 327/2011, Ausgabe 2015.


Für die Förderbeiträge gelten die folgenden Bestimmungen:

  • Die Erstanalysen werden ohne Einschränkung gefördert.
  • Der Förderbeitrag für weiterführende Analysen ist von der Massnahmenumsetzung abhängig. Die Analyse wird maximal unterstützt, wenn die Umsetzung vollumfänglich dem Vorschlag des Beraters entspricht. Falls die Empfehlungen nur teilweise umgesetzt werden, so wird der Förderbeitrag reduziert.
    Die Analyse wird auch dann maximal gefördert, wenn die Analyse wider Erwarten kein zusätzli-ches Einsparpotenzial zu Tage gefördert hat.
  • Förderbeiträge an die Massnahmenumsetzung sind von der Wirtschaftlichkeit der damit verbundenen Investitionen abhängig. Es werden nur Massnahmen gefördert, die eine einfache Rückzahldauer von mehr als vier Jahren haben.
  • Die Höhe des Förderbeitrags liegt in der Regel zwischen 15% und 40% der Investitionskosten, wobei der Prozentsatz vom Alter des zu optimierenden Antriebssystems und von der durch ProKilowatt vorgegebenen Standardlebensdauer2 des entsprechenden Anlagentyps abhängt. Der maximale Förderbeitrag pro Standort beträgt CHF 100'000.-.

 

Image3-DEProzentsatz für Förderung von Investitionsmassnahmen

 
Energieeinsparung und Berechnung der einfachen Rückzahldauer


SPEED II zielt in erster Linie auf die Umsetzung von Massnahmen und somit vor allem auf wirtschaftliche Massnahmen. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Massnahmen basiert dabei auf den Vorgaben des ProKilowatt-Programms:

Rückzahldauer = (Ealt – Eneu) x Strompreis / Summe Investitionskosten


Ealt jährlicher Strombezug des Antriebssystems vor der Optimierung
Eneu  jährlicher Strombezug des Antriebssystems nach der Optimierung

Für den Strompreis wird in der Regel der von ProKilowatt vorgegebene Preis von 0,15 CHF/kWh angesetzt. Wenn der Strompreis des Unternehmens höher liegt, kann ein individueller Preis hinterlegt werden. Bei den Investitionskosten können auch die Kosten für Planung, Personalaufwand etc. berücksichtigt werden.

Bei der Berechnung der Energieeinsparung, die für den Förderbeitrag geltend gemacht werden kann, wird ein Faktor von 75% angewendet. Man geht also davon aus, dass jede Anlagenerneuerung durch den allgemeinen technischen Fortschritt eine Verbrauchsreduktion mit sich bringt, auch ohne zusätzliche Anstrengungen des Unternehmens.


Berechnung des Förderbeitrags


Als Beispiel wird eine Pumpstation betrachtet, bei der eine 45 kW-Pumpe mit Baujahr 2002 durch eine 28 kW-Pumpe ersetzt wird. Die bestehende Regelung erfolgt über ein Drosselventil, die Pumpe arbeitet mit konstanter Drehzahl. Die neue Pumpe erhält einen drehzahlvariablen Antrieb mit Konstantdruckregelung.

 

Investitionskosten (inkl. Umbau des Steuerschranks)

CHF 35'000.-

Strombezug alt 

250 MWHh/a

Strombezug neu

200 MWh/a

Einsparung 

50 MWh/a

Realer Strompreis 

0.15 CHF/kWh

 Jährliche Einsparung Stromkosten 

CHF 7500.-

 Einfache Rückzahldauer 

CHF35’000.- / CHF 7500.- = 4.7 Jahre


Die Massnahme kann somit im Rahmen des SPEED II Programms gefördert werden. Für ein Antriebssystem mit mehr als 20 kW Nennleistung gilt eine Standardnutzungsdauer von 25 Jahren. Bei einem Alter von 15 Jahren des bestehenden Antriebs kann daher ein Prozentsatz von 37% an die Investitionskosten geltend gemacht werden (siehe Grafik Seite 4).

Resultierender Förderbeitrag

37% x CHF 35'000.- =  CHF 12'950.-

Einfache Rückzahldauer mit Förderbeitrag 

3 Jahre

Kostenwirksamkeit des Förderbeitrags

1.4 Rp./kWh3

 

Zeitplan

 

Das Programm startet anfangs 2018 und dauert bis mindestens bis Ende 2020.


Nachweis der Einsparungen

 

Nach Umsetzung einer Massnahme muss deren Wirkung nachgewiesen werden. Dazu stehen ver-schiedene Möglichkeiten zur Auswahl:

  1. Falls der Antrieb bereits mit einem eigenen Zähler ausgestattet ist, so kann einfach der Ver-brauch vor und nach der Optimierung abgelesen werden.
  2. Falls kein Zähler vorhanden ist, kann der Verbrauch vor und nach der Optimierung durch Mes-sungen der Leistungsaufnahme bei typischen Betriebssituationen nachgewiesen werden.
  3. Als Alternative stellt der Programmbetreuer ein einfaches Gerät zur Motorenüberwachung zur Verfügung, das vor und nach dem Umbau temporär für die Verbrauchserfassung eingesetzt wird. Für den Kunden bietet sich zudem die Möglichkeit, das Gerät nach erfolgreichem Umbau zu übernehmen und permanent zur Überwachung des Antriebs einzusetzen.


Bei komplexen Situationen ist es unumgänglich, den Verbrauch vor und nach Optimierung durch eine Messung über einen relevanten Zeitraum (z.B. eine Woche) mit einem professionellen Leistungsmessgerät aufzuzeichnen. Dies gilt ebenfalls bei Antriebssystemen, für die eine vertiefte Analyse durchgeführt wurde.

 

Hintergrund


Das Programm SPEED II wurde von der Firma Planair SA mit Sitz in La Sagne (NE) initiiert. Die Umset-zung in der Deutschschweiz und im Tessin erfolgt durch die DM Energieberatung AG mit Sitz in Brugg (AG).

Die DM Energieberatung hat im Bereich der elektrischen Antriebe mehrere 100 Grobanalysen und über 50 Detailanalysen durchgeführt. Viele dieser Messungen erfolgten im Rahmen des Vorgänger-programms SPEED I. Planair und DM Energieberatung haben im Rahmen dieser Analysen eine effizi-ente Methodik für die Identifikation und Vorauswahl der Antriebe erarbeitet. Die anschliessenden Detailmessungen bilden die Basis für fundierte Optimierungsmassnahmen. Zudem haben sich die beiden Unternehmen durch die Vielzahl der Analysen ein ausgezeichnetes Verständnis für die speziellen Anforderungen verschiedener Industriebranchen angeeignet. Schliesslich profitiert das SPEED II Programm vom breit gefächerten Erfahrungsschatz der beiden Unternehmen aus Programmen und Projekten auch im thermischen Bereich, insbesondere was die Bedürfnisse der Unternehmen in Bezug auf Arbeitsmethodik und Projektfinanzierung betrifft.

 

Programmablauf

 

Das Programm läuft in verschiedenen Schritten ab, die in der folgenden Grafik übersichtlich darge-stellt sind.
 Image4-DE
Für jedes eingereichte Projekt wird der Programmverantwortliche überprüfen, ob eine Förderung der Investitionsmassnahmen möglich ist oder ob durch eine Anpassung des Projekts eine Förderung möglich wird. Zudem überprüft er, ob eine Detailanalyse sinnvoll ist. Das Unternehmen entscheidet in jedem Fall über das weitere Vorgehen.

 

Ausschlusskriterien

 

Zusätzlich zu den Anforderungen des Kapitels 3 gibt es ausschliessende Kriterien für Projekte bei Unternehmen mit einer Zielvereinbarung und/oder für Grossverbraucher mit Rückerstattung der Netzzuschläge.

Unternehmen mit Zielvereinbarung

Unternehmen die aufgrund gesetzlicher Auflagen (Grossverbraucherartikel, Befreiung von der CO2-Abgabe, Netzzuschlag) entweder Zielvereinbarungen eingehen oder sich einem Energieaudit unterziehen, können im Rahmen des SPEED II Programms nur Massnahmen gefördert bekommen, die zusätzlich zur Zielvereinbarung oder zum Energieaudit umgesetzt werden.

Die folgenden Fälle sind möglich:

  • Eine Massnahme ist in der Zielvereinbarung bzw. im Energieaudit als nicht wirtschaftlich aner-kannt und muss daher nicht zwingend realisiert werden. Sie kann bei SPEED II berücksichtigt werden.
  • Die Massnahme ist Teil einer Zielvereinbarung bzw. bereits im Energieaudit berücksichtigt. In diesem Fall können nur allfällige zusätzliche Leistungen im Vergleich zu den bereits im Rahmen der Zielvereinbarung bzw. des Energieaudits berücksichtigten Leistungen durch SPEED II unter-stützt werden. Ausschlaggebend ist der Umsetzungszeitpunkt der Massnahme, d.h. SPEED II unterstützt keine Massnahmen, wenn sie vor der Umsetzung Bestandteil einer Zielvereinbarung oder eines Energieaudits, inklusive Anträge dafür, werden (und in diesem Rahmen als wirtschaftlich beurteilt werden).

Stromintensive Unternehmen, die eine Rückerstattung des Netzzuschlages beantragen, können eine Massnahme nicht gleichzeitig durch SPEED II finanzieren und für die Rückerstattung des Netzzuschlags anrechnen lassen.

Die folgenden Fälle sind möglich:

  • Ein Unternehmen könnte eine Massnahme eines Programms grundsätzlich umsetzen, hat aber noch nicht ausreichend andere nicht-wirtschaftliche Massnahmen, in welche es mindestens 20 % des Rückerstattungsbetrags investieren kann. Es nutzt die Massnahme, um sich für die Rückerstattung des Netzzuschlags zu qualifizieren. In diesem Fall darf darf das Unternehmen nicht am SPEED II Programm teilnehmen. 
  • Ein Unternehmen hat bereits über 20 % des Rückerstattungsbetrags in nicht-wirtschaftliche Massnahmen investiert bzw. sieht diese Investitionen vor. Mit SPEED II wird eine weitere nicht-wirtschaftliche Massnahme ermöglicht. In diesem Fall darf das Unternehmen an SPEED II teil-nehmen. Das Unternehmen verzichtet explizit darauf, eigene Investitionen in die durch ProKilowatt geförderte Massnahme für die Rückerstattung des Netzzuschlags auszuweisen.

Das Ausschreibungsdokument des Bundesamts für Energie für ProKilowatt-Programme  (http://www.bfe.admin.ch/prokilowatt/) enthält eine detaillierte Liste von Kriterien für förderfähige und nicht förderfähige Massnahmen.

 

[1] Umwälzpumpen sind in den meisten Kantonen vom SPED II Programm ausgeschlossen. Für diese gibt es ein alternatives Förderprogramm von ProKilowatt.

[2] Standardnutzungsdauer 15 Jahre für Antriebe bis 20 kW Leistung, Standardnutzungsdauer 25 Jahre für Antriebe grösser 20 kW.

[3] Anrechenbare Einsparung über 25 Jahre: 75% x 25 Jahre x 50'000 kWh/Jahr = 937'500 kWh; Förderbeitrag CHF 12'950 ergibt ein Verhältnis von CHF 12’950/937’500 kWh = 1.4 Rp./kWh